Medizinrecht Aktuell -- Ihr Informationsportal rund um Medizinrecht.
Ein Informationsdienst der Kanzlei Dr. Halbe RECHTSANWÄLTE - Arztrecht / Medizinrecht

Bewertungsausschuss beschließt umfassende Änderungen der Honorarsystematik

Auf die Vertragsärzteschaft kommen umfangreiche Neuregelungen in der Honorarsystematik nach der RLV-Reform zu. Der Bewertungsausschuss hat in seiner Sitzung am 26.03.2010 Änderungen beschlossen, die zum 01.07.2010 in Kraft treten. Dabei strebt der Bewertungsausschuss eine Stabilisierung der in der Vergangenheit zunehmend unter Druck geratenen RLV-Fallwerte an.

Auch wenn die KBV darauf hinweist, dass die beschlossenen Änderungen nicht zu einer kompletten Umstellung der Honorarverteilung führen werden, sind die beschlossenen Änderungen sowohl in ihrem Umfang als auch in ihrem Inhalt erheblich und grundsätzlich bedeutsam:

1. Den KVen wird nunmehr bis zum 31.12.2011 die Möglichkeit eingeräumt, im Sinne von Konvergenzregelungen die Auswirkungen der Umstellung der Honorarsystematik abzufedern.

2. Für Leistungen, die aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung gespeist werden, gelten ab dem 01.07.2010 umfassende Budgetierungen. Für Leistungen, die dem RLV unterfallen, bleibt es im Wesentlichen bei der bisherigen Systematik. Die als sogenannte „freien Leistungen“ bezeichneten Leistungen, die bislang unbudgetiert zum vollen Punktwert aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung bezahlt worden sind, unterfallen ab dem 01.07.2010 Budgetierungsmaßnahmen in Form von sogenannten qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV). Nur in dem von den KVen regional festzulegenden QZV werden zukünftig die „freien Leistungen“ vergütet. Leistungen, die über das QZV hinausgehen, werden lediglich noch zu einem Restpunktwert vergütet. Die insoweit bislang für Hausärzte geltende Systematik der qualifikationsgebundenen Fallwertzuschläge wird nunmehr auf ähnliche Weise auf beide Versorgungsbereiche und nahezu auf alle Arztgruppen ausgedehnt.
Vertragsärzte, die einen nicht unerheblichen Teil ihres Honorars bisher aus diesen „freien Leistungen“ generiert haben, werden voraussichtlich Honorarverluste erleiden. Vertragsärzte, die den Großteil ihres Honorars mit RLV-Leistungen verdient haben, können auf einen Honorarzuwachs hoffen; Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Maßnahmen zu einer Stabilisierung/Erhöhung der RLV-Fallwerte führen.

3. Die Zuschlagsregelungen für MVZ, Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) und angestellte Ärzte werden bis zum 31.12.2010 fortgeführt.

Die KBV hat auf ihrer Homepage eine Zusammenfassung der zum 01.07.2010 geltenden Regelungen veröffentlicht (dort in der Rubrik „Aktuell“ unter der Überschrift „Stabile Regelleistungsvolumen durch neue Verteilungsregeln“).

04.05.2010
Grafikelement
RA Sven Rothfuß
RA Sven Rothfuß Zoom

Grafikelement


Eine Seite zurück  Eine Seite vor

Verwandte Stichworte

Medizinrecht

Apothekenrecht

Arzthaftungsrecht

Vergaberecht

Krankenhausplanung / -finanzierung

Heilmittelwerberecht

Pharmarecht

Compliance-Beratung

Krankenhausrecht

Pflegerecht und Rehabilitationsrecht

Kooperationen im Gesundheitswesen

Medizinische Versorgungszentren

Krankenhaus-Entgeltrecht

Medizinprodukterecht

Psychotherapeuthenrecht

Gesellschaftsrecht

Chefarztrecht

Vertragsarztrecht

Zahnarztrecht

Arzneimittelrecht