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EBM 2008: Zuschläge zum Ordinationskomplex ersatzlos gestrichen

Die Förderung von ärztlichen Kooperationen war ein prägendes Element des EBM 2000plus. Der zum 01.01.2008 in Kraft tretende EBM 2008 verfolgt diese Linie nicht weiter.

In Ziff. 5.1 des EBM 2000plus findet sich noch bis einschließlich zum 31.12.2007 folgende Regelung:

„Die Höhe des Ordinationskomplexes von Gemeinschaftspraxen und medizinischen Versorgungszentren wird als arithmetischer Mittelwert der Punktzahlen der Ordinationskomplexe der in der Gemeinschaftspraxis oder dem medizinischen Versorgungszentrum vertretenen Ärzte berechnet. Für diese Gemeinschaftspraxen, medizinische Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten gilt folgende Regelung:
Die abzurechnende Punktzahl des Ordinationskomplexes wird unter Berücksichtigung eines Aufschlags von
- 60 Punkten für arztgruppen- und schwerpunktgleiche Gemeinschaftspraxen und Praxen mit angestellten Ärzten,
- 15 Punkten je in einer arztgruppen- oder schwerpunktübergreifenden Gemeinschaftspraxis oder einem medizinischen Versorgungszentrum repräsentiertem Fachgebiet oder Schwerpunkt, jedoch mindestens 60 Punkten und höchstens 105 Punkten, errechnet. Bei der Berechnung bleiben auftragnehmende Ärzte gemäß § 13 Abs. 4 BMV-Ä/§ 7 Abs. 4 EKV unberücksichtigt. Unter vorgenannte Regelungen für Gemeinschaftspraxen fallen nicht Berufsausübungsgemeinschaften mit mehreren Praxissitzen (überörtliche Gemeinschaftspraxen).“


Die für Berufsausübungsgemeinschaften, medizinische Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten seinerzeit eingeführte Besserstellung bei der Höhe des Ordinationskomplexes ist vielfach kritisiert, teilweise auch gerichtlich angefochten worden. Der Bewertungsausschuß hat sich nun dazu entschlossen, diese Besserstellung zum 01.01.2008 wieder abzuschaffen. Zuschläge auf den Ordinationskomplex wird es ab Inkrafttreten des EBM 2008 für Berufsausübungsgemeinschaften, medizinische Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten nicht mehr geben. Die vorstehend zitierte Regelung in den Allgemeinen Bestimmungen des EBM wurde ersatzlos gestrichen. Hintergründe hierfür sind nicht bekannt.

Gleichzeitig dürfen fachübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften und medizinische Versorgungszentren zukünftig aber Versicherten- und Grundpauschalen nebeneinander abrechnen, wenn die Leistungslegenden jeweils erfüllt sind.

20.11.2007
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