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KV Nordrhein: ab 01.04.2007 Untertopf für Strahlentherapie

Die KV Nordrhein stellt im Einvernehmen mit den Krankenkassen ab dem 01.04.2007 die Struktur der Vergütung strahlentherapeutischer Leistungen um. Hierauf hat sich die KV Nordrhein am 05.03.2007 mit den Krankenkassen verständigt.

Seit dem 01.01.2006 wurden strahlentherapeutische Leistungen im Bereich der KV Nordrhein als Vorwegvergütung mit einem festen Punktwert von 4,5 Cent ohne Budgetierung vergütet. Damit folgte die KV Nordrhein dem Beispiel zahlreicher anderer KVen. Hiervon rückt die KV Nordrhein ab dem 01.04.2007 wieder ab. Hierzu heißt es in einer Erklärung der KV Nordrhein:

„Die Einrichtung des Untertopfes war infolge der Leistungsentwicklung strahlentherapeutischer Leistungen nötig geworden. Seit Einführung des EBM 2000plus stieg die Fallzahl um 50 Prozent, der Leistungsbedarf um 45 Prozent. Folge: Die Quote der Radiologen, aus deren Topf auch die Strahlentherapeuten vergütet werden, sank auf 61,2 Prozent; das sind 8,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahresquartal. Der feste Punktwert von 4,5 Cent für strahlentherapeutische Leistungen durch Quersubventionierung der Radiologen oder anderer Fachärzte war somit nicht weiter zu verantworten.“

Für strahlentherapeutische Leistungen wird ab dem 01.04.2007 ein Untergruppentopf gebildet auf der Grundlage des anerkannten Leistungsbedarfs der Strahlentherapeuten in den Quartalen III/05 bis II/06. Weswegen auch auf die Quartale III/05 und IV/05 als Bemessungszeitraum abgestellt werden soll, ist indes nicht nachzuvollziehen. Denn damit greift die KV Nordrhein auf Quartale zurück, in denen die strahlentherapeutischen Leistungen noch budgetiert vergütet worden sind. Diese Quartale können damit nicht repräsentativ für den tatsächlichen Sicherstellungsbedarf sein. Von den Verantwortlichen der KV Nordrhein und den Krankenkassen wird kaum unterstellt werden können, daß der signifikante Leistungsanstieg auf medizinisch nicht notwendige Strahlentherapien zurückzuführen ist. Die KV Nordrhein hat zwar angekündigt, die Leistungsausweitung im Bereich der Strahlentherapie analysieren zu wollen. Es ist aber kaum damit zu rechnen, daß dies zu Änderungen der ab dem 01.04.2007 angekündigten neuen Vergütungsstruktur im Bereich der Strahlentherapie führen wird. Vielleicht wäre es sowohl im Interesse der Patientinnen und Patienten als auch im Interesse der übrigen Beteiligten sinnvoller gewesen, mit den Kassen über eine Bezuschußung außerhalb der Gesamtvergütung zu verhandeln, als die Strahlentherapie erneut einer Budgetierung zu unterwerfen, die faktisch – wie in der Vergangenheit – nur zu Versorgungsengpässen führen kann.

29.03.2007
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